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Mit FREEcure steht der Holz- und Möbelindustrie erstmals eine UV-Härtungstechnologie zur Verfügung, die ohne Photoinitiatoren auskommt und gleichzeitig den Energiebedarf drastisch senkt. Die innovative UVC-basierte Lösung ermöglicht hohe Produktionsgeschwindigkeiten, reduziert Betriebskosten und erfüllt strengere regulatorische Vorgaben. So wird nachhaltige Oberflächenbehandlung zum neuen Industriestandard.

Steigende Anforderungen an moderne Beschichtungsprozesse

Die Holz- und Möbelindustrie steht zunehmend unter dem Druck, Produktionsprozesse energieeffizienter, nachhaltiger und regulatorisch konform zu gestalten. Insbesondere die Härtung von UV-Beschichtungen gerät in den Fokus, da klassische Verfahren einen hohen Energiebedarf aufweisen und meist auf migrationsrelevanten Photoinitiatoren angewiesen sind. Gleichzeitig verschärfen gesetzliche Vorgaben den zulässigen Gehalt an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) und Stoffen mit potenzieller gesundheitsschädlicher Wirkung, was sowohl Produktionsprozesse als auch Endprodukte betrifft.

Während UV-basierte Härtungssysteme lange als besonders effizient galten, stoßen sie heute zunehmend an technische, ökologische und ökonomische Grenzen. Die Entwicklung alternativer Prozesse, die auf energieintensive UV- Härtungssysteme verzichten oder deren Anzahl drastisch reduzieren, ist daher ein entscheidender Schritt in Richtung nachhaltiger industrieller Beschichtungstechnologien.

Herausforderungen der klassischen UV- und thermischen Härtungsverfahren

Hoher Energiebedarf und steigende Betriebskosten

UV-Härtungssysteme mit klassischen Mitteldruckstrahlern benötigen enorme Energiemengen, um den Polymerisationsprozess sicherzustellen. Je nach Anwendung kommen häufig mehrere Trockner hintereinander zum Einsatz – insbesondere bei schnelllaufenden Walzstraßen in der Möbelindustrie. Der Betrieb dieser Aggregate verursacht hohe elektrische Lasten, zusätzliche Abwärme, klimatisierungsbedingte Mehrbelastung und erhöhte CO₂-Emissionen.

Problem Photoinitiatoren: Regulatorik, Migration, Geruch

Zur Aktivierung der klassischen UV-Polymerisation werden Photoinitiatoren benötigt. Diese stehen im Fokus regulatorischer und gesundheitlicher Diskussionen: Sie können migrieren, zu deutlicher Geruchsentwicklung führen und müssen zunehmend restriktive gesetzliche Vorgaben erfüllen. Zudem kommt es immer wieder zu Versorgungsschwankungen und steigenden Preisen.

Sauerstoffinhibierung und technische Komplexität

Die Sauerstoffinhibierung reduziert die Reaktivität der oberen Schichtbereiche und kann zur Unterhärtung oder verringerten Kratz- und Chemikalienbeständigkeit führen. Übliche Gegenmaßnahmen wie Stickstoffinertisierung oder zusätzliche Excimer-/Elektronenstrahler erhöhen die technische Komplexität und Betriebskosten.

Grenzen klassischer Technologien

Die genannten Herausforderungen führen zu steigenden Energiekosten, wachsendem Platzbedarf, hohen Ersatzteilkosten und eingeschränkter Arbeitssicherheit. Die Branche benötigt daher neue, nachhaltigere Lösungen.

FREEcure – ein neuer Ansatz in der UV-Härtung ohne Photoinitiatoren

FREEcure ermöglicht erstmals die Direktspaltung von C=C-Doppelbindungen ohne Photoinitiatoren. Grundlage ist ein extrem hoher Anteil energiereichen UVC-Lichts im Bereich unter 220 nm, der die Bindungsenergie der Doppelbindungen übersteigt und so den Polymerisationsprozess direkt auslöst.

Technologisches Prinzip

Der Prozess basiert auf einer Verschiebung und Verstärkung des UVC-Spektrums, die durch optimierte Lampen- und Plasmatechnologie, spezielle Materialien sowie angepasste elektronische Ansteuerung erreicht wird. Das Ergebnis ist eine UVC-Leistungssteigerung von über 70 % im Vergleich zu Standard-Mitteldrucksystemen.

Materialseitige Anforderungen

Bindemittelscreenings zeigen, dass sich FREEcure sowohl für 100%-UV-Systeme als auch für wässrige UV-Dispersionen eignet. Besonders relevant sind Bindemittel mit geeigneter Funktionalität und physikalische Vortrocknung bei wasserbasierten Systemen.

Industrielle Vorteile für die Holz- und Möbelindustrie

  • Massive Energieeinsparungen durch Reduktion von UV-Trocknern: FREEcure ermöglicht Geschwindigkeiten von 30–50 m/min pro Aggregat. Selbst für Hochgeschwindigkeitslinien werden nur 2–3 Trockner benötigt. Energieeinsparungen von bis zu 75 % sind möglich.
  • Platzersparnis und geringere Anlagentechnik: Weniger Trockner bedeuten geringeren Platzbedarf, einfachere Linienlayouts und reduzierte Ersatzteil- und Wartungskosten.
  • Migrationsarme und geruchsarme Beschichtungen: Da Photoinitiatoren entfallen oder stark reduziert werden können, sinken Geruch, Migration und regulatorisches Risiko.
  • Verbesserte Arbeitssicherheit: Wegfall von Ozonrisiken, Inertisierung und hohen Strahlerlasten erhöht die Sicherheit der Produktionsumgebung.

Vergleich: FREEcure vs. etablierte Technologien

FREEcure kombiniert die Vorteile klassischer UV-Härtung mit minimalem energetischem und regulatorischem Aufwand und grenzt sich klar von UV-LED, thermischer Härtung und Standard-UV ab.

Praxisbeispiele in der Holz- und Möbelindustrie

  • Hochgeschwindigkeits-Walzstraßen 
  • Küchenoberflächen und Innenausbau 
  • farbige UV-Wasserlacke 
  • Kombination aus UV-LED (Tiefe) und FREEcure (Oberfläche)

Chancen für Unternehmen

Unternehmen profitieren durch reduzierte Betriebskosten, einen geringeren CO₂-Fußabdruck, regulatorische Sicherheit, kurze Amortisationszeiten und nachhaltige Wettbewerbsvorteile.

Fazit

FREEcure ermöglicht photoinitiatorfreie oder -arme Härtung, Energieeinsparungen bis zu 75 %, reduzierte UV-Trockneranzahl, hervorragende Oberflächeneigenschaften und hohe Produktionsgeschwindigkeiten. Damit setzt FREEcure neue Maßstäbe für nachhaltige und leistungsfähige Oberflächenbehandlung in der Holz- und Möbelindustrie.

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